Politisierung

Politisiert wurde ich als Jugendliche als Mitglied der Menschenrechtsorganisation Amnesty International. Auch wenn das Engagement für Menschrechte kein parteipolitisches Anliegen ist: Mir schien bald klar zu sein, dass Menschenrechte und Demokratie nicht unabhängig von sozialen Rechten sein können.

Später habe ich mit meinen Engagements ein Musterbeispiel einer amerikanischen College-Karriere  gezeigt: Sowohl als Vertreterin des Studierendenrates als auch als Redaktorin einer Studierendenzeitung wäre ich in Beverly Hills 90210 jemand mit hervorragenden Zukunftsaussichten gewesen. In Zürich 8001 war das eher die Beschäftigung von Sonderlingen. Dennoch ist mit immer noch wichtig, dass man sich auch dort engagiert wo man ist.  Mich prägt die Überzeugung, dass eine privilegierte Situation auch verpflichtet, der Gesellschaft etwas zurück zugeben.

Noch während des Studiums bin ich der SP beigetreten, da ich glaube, dass Ideen nur so gut sind wie deren Umsetzung. Und zur Umsetzung braucht es Macht und Mehrheiten.

Themen

Zürich ist für mich die ideale Grosstadt im Kleinformat. In Zürich kann man sich dennoch noch in allen Stadtteilen frei bewegen, hat dank einem guten ÖV Verbindungen in alle Quartiere. In Zürich lässt es sich shoppen, ausgehen oder Kultur konsumieren wie in einer Grosstadt, Zürich bleibt aber dennoch geographisch überschaubar.  Zürich hat in manchen Quartieren den Charme einer Kleinstadt und ist doch gross genug, um dem auszuweichen, wenn man es möchte.

Zürich ist toll, aber noch längst nicht perfekt. Das Velonetz müsste dringend ausgebaut werden. Punkto Kinderbetreuung haben wir in den letzten Jahren ziemlich viel Gas gegeben, aber dennoch übertrifft die Nachfrage immer noch das Angebot. Zwar sind 20 Prozent der Wohnungen in der Stadt in der Hand von gemeinnützigen Wohnbauträgern, wer aber eine neue Wohnung sucht, kann davon in der Regel nicht profitieren (da habe auch ich einige Erfahrungen). Mittels Aufwertung sind die innenstädtischen Quartiere 4 und 5 zwar sicherer und sauberer geworden, die Gentrifizierung frisst aber ihre eigenen Kinder: Die neuen BewohnerInnen verdrängen diejenige, welche das Quartier überhaupt für sie attraktiv gemacht haben: Die AusländerInnen, die Studierenden, die Künstlerinnen und Künstler. Die Attraktivität Zürichs hat auch damit zutun, dass die Innenstadt belebt und durchmischt und nicht zur reinen Büro- oder Schlafstätte geworden ist.

Die Finanzkrise wird Zürich noch einige Zeit beschäftigen. Auch wenn es zaghafte Zeichen für einen Aufschwung gibt, für Zürich sind die Steuerausfälle gravierend.  Daher steht die SP als stärkste Partei in dieser Stadt in einer besonderen Verantwortung. Wenn es darum geht unsere sozialen und ökologischen Errungenschaften zu verteidigen und wenn es darum geht, diese Stadt weiter zu entwickeln und zu gestalten.

Die sozialdemokratisch dominierten Städte müssen die Schrittmacherinnen sein. Wo sonst können wir beweisen, dass unsere Politik funktioniert? Wir müssen einstehen für soziale Gerechtigkeit, für Chancengleichheit, für eine Stadt, die allen gehört und in der sich alle wohlfühlen sollen, und eine Stadt, die eine ökologische Führungsrolle einnehmen will.

Gemeinderat

Seit 2002 bin ich Mitglied des Zürcher Gemeinderates. Zuerst als Mitglied des Büro des Gemeinderates und der Spezialkommission Präsidialdepartement / Schul- und Sportdepartement (SK PRD/ SSD), nach einem kurzen Abstecher in der Spezialkommission Finanzdepartement (SK FD) bin ich wieder im Büro des Gemeinderates gelandet. Seit 2009 bin ich Fraktionspräsidentin der SP-Fraktion und damit auch Präsidentin der Interfraktionellen Kommission (IFK).